Referat von Regierungsrat Thomas Heiniger anlässlich des Regierungsseminars, 6. - 8. Januar 2010
(...) Das Gesundheitswesen ist mit jährlich 58 Mia. Umsatz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und ein grosser Arbeitgeber mit gegen 500'000 Beschäftigten Tendenz steigend. Denn mit der immer älter werdenden Bevölkerung nimmt der Bedarf an Gesundheitspersonal künftig zu. Dabei gibt es in der Schweiz bereits heute auf 1000 Einwohner beinahe 60 Angestellte des Gesundheitswesens. Das sind fast doppelt so viele wie im OECD-Durchschnitt. (...)
Blicken wir auf die Ergebnisqualität, haben wir in der Schweiz ein gutes Gesundheitssystem. Die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung ist gut, die Lebenserwartung ist eine der höchsten weltweit (w: 84.4 Jahre; m: 79.7 Jahre). In unserer Liga spielen nur noch Japan, Schweden und Island mit. Kommt hinzu, dass die Bevölkerung in regelmässigen Zufriedenheitsbefragungen zur Gesundheitsversorgung gute bis sehr gute Noten abgibt.
Stellen wir die Ergebnisqualität allerdings in Relation zu den Kosten, wird dieser erfreuliche Eindruck etwas getrübt. Unsere Gesundheit hat ihren Preis, nämlich 10,8 Prozent des BIP. Die Befürchtung, die Kosten könnten aus dem Ruder laufen, prägt denn auch die Diskussion um die Zukunft des Gesundheitswesens. (...)
Wie soll es weitergehen? Die mittelfristige Steigerung der Effizienz des schweizerischen Gesundheitssystems hängt davon ab, wie wir die historisch gewachsenen und von der Realpolitik festgefahrenen Probleme lösen werden. In der kürzeren und längeren Vergangenheit wurde in den Kantonen und im Bundesparlament versucht, einzelnen Problemen mit ganz konkreten Lösungen zu begegnen (Behandlungsgebühr, Planung des ambulanten Bereichs). uch wenn die Erfolge bislang eher bescheiden geblieben sind, muss hier weiter Denk- und Überzeugungsarbeit geleistet werden. (...)
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